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Jul 19
Die Legende des Wing Chun wird in vielen Varianten erzählt. Wir haben uns bemüht, die verschiedenen Sichtweisen in einigen Punkten unserer Wiedergabe mit einfließen zu lasssen.
 Yip Man
Meist wird Bezug genommen auf die von Yip Man persönlich verfasste Wing Chun Legende. Heute gibt es weitere Ansichten bezüglich der Entstehung des Wing Chun. Einige behaupten, chinesische Geheimgesellschaften hätten das Wing Chun System erfunden und verbreitet, andere sagen die eigentliche Entstehung sei bei den Schauspieltruppen, die mit Schiffen die chinesischen Flüsse befahren haben, zu finden. Welche Variante die richtige ist wird sich wohl niemals klären lassen.
Die nun folgende Geschichte beruht vermutlich zumindest in Teilen auf wahren Begebenheiten. Gleichzeitig existieren verschiedene Varianten, die ebenfalls brücksichtigt wurden. Ab der Zeit Yip Man’s kann allerdings nicht mehr von einer Legende gesprochen werden, sondern hier wurde auf historische Tatsachen Bezug genommen.
Aus dem Buch “Siu Lim Tao – Die kleine Idee” zusammengestellt von Marc Debus. Es enthält Texte von Sifu Lo Man Kam, Gorden Lu, Marc Debus, Philip Müggler und Horst Uecker.
Weitere Informationen findet ihr hier: www.lo-man-kam.de
Schlagwörter: Lo Man Kam, Siu Lim Tao, Wing Chun, Yip Man
Jun 27
Vor einigen Tagen fand ich auf dem Blog “Newsletter Innere Kampfkünste” einen sehr interessanten Artikel. Selbstverteidigung für Rollstuhlfahrer. Eher gesagt richtige Lehrgänge für Rollstuhlfahrer sich gegen Angreifer wehren zu können.
 Foto: Thies Raetzke
Auch Rollstuhlfahrer werden nicht selten angegriffen, weil die Hemmschwelle der Angreifer heruntergesetzt ist. Sie denken natürlich: “Ein Rollstuhlfahrer kann sich nicht wehren”. Aus diesem Grund sind Lehrgänge in eine solche Richtung meiner Meinung nach sehr wichtig. In Hamburg werden spezielle Selbstverteidigungskurse schon angeboten. Diese sind extra nur für Rollstuhlfahrer ausgelegt. Dazu werden modifizierte Wing Chun Techniken gelehrt. Entwickelt wurden die Techniken von Großmeister Sigung Birol Özden. Mit Armtechniken werden seniblen Punkte eines Angreifers angegriffen und auch eine Verteidigung mit dem Stock wird geübt. Neben den Fähigkeiten in der Selbstverteidigung wird auch das Selbstbewußtsein gesteigert. Das Gefühl der Wehrlosigkeit wird ganz gezielt gemindert. Ein selbstbewußtes Auftreten wiederum verringert das Riskio, überfallen zu werden. Täter suchen leichte Opfer aus. Nebenbei erhöht das Kampfkunstraining auch die Fitness und die körperliche Koordination.
Es gibt keine Kampfkünste, die von vornherein für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Darum müssen vorhandene Techniken dafür angepaßt werden. Die Wing Chun Techniken sind gut dafür geeignet, weil sie ohne viel Kraft auskommen, mit der Ausnutzung der Hebelkräfte und durch Angriffe auf empfindliche Körperpunkte. Technik ist wichtiger als Kraft. Der Trainer sitzt zum Lehren der Techniken selber im Rollstuhl.
Das Selbstverteidigungs-Training für Rollstuhlfahrer soll in ganz Deutschland angeboten werden. Wenn mehr als zehn Rollstuhlfahrer bereit für das Training sind, dann auch ein Trainer dafür ausgebildet werden.
* Weitere Informationen: A.S.VC. All Style Ving Chun Akademie Hamburg, Abteilung Ving Chun für Rollstuhlfahrer, Ansprechpartner: Dozent Hans-Christian Lauer, Menckesallee 22, 22089 Hamburg, Tel.: 040 – 22 690 105, Fax: 040 – 2000 78 21: www.asvc.de
Schlagwörter: Birol Özden, Newsletter Innere Kampfkünste, Rollstuhlfahrer, Selbstverteidigung, Wing Chun
Jun 06
 Sifu Lo Man Kam an der Berliner Mauer
Bereits zum dritten mal besucht der Meister des Wing Chun Kung Fu die Kampfkunstschule für Frauen und Mädchen „Schöner Frühling“ im Prenzlauer Berg.
Lo Man Kam gilt weltweit als einer der wichtigsten Meister des Wing Chun Kung Fu, der wohl effektivsten aller Kampfkünste. Sie ist vor allem auf schnörkellose Effizienz angelegt und ermöglicht es, sich ohne großen Kraftaufwand gegen stärkere Gegner zu behaupten.
Daher kann sie auch im hohen Alter noch effektiv eingesetzt werden. Nun wird Lo Man Kam, der weltweit Kurse und Seminare gibt am 25 Mai 75 Jahre alt.
Als direkter Verwandter des legendären Großmeisters aller Wing Chun Stile, Yip Man (1893 – 1972), ist er einer der letzten lebenden Kampfkünstler, die noch direkt von ihm ausgebildet wurden. Sein wohl berühmtester Trainingspartner war Bruce Lee, dessen Filme diese Kampfkunst einem breiteren Publikum nahegebracht haben.
Seit 1960 lebt er in Taiwan. Dort unterrichtet er unter anderem bis heute die SWAT (Special Weapon Attack Team) der taiwanesischen Polizei im waffenlosen Kampf. In seine Schule kommen heute Schüler aus der ganzen Welt. (www.lomankamwingchun.blogharbor.com)
Kontakt:
Kampfkunstschule Schöner Frühling
Christine Nossol
Hiddenseer Str. 6
10437 Berlin
Telefon: 030- 43 73 49 62
E-mail: 
Web: www.schoener-fruehling.com
Das Wing Chun Kung Fu Kampfsystem ist über 300 Jahre alt und wurde ursprünglich von einer Frau entwickelt. Diese Tradition greift die Kampfkunstschule Schöner Frühling auf, so trainieren zur Zeit Mädchen und Frauen im Alter von 6 – 68 Jahren Wing Chun. Mit Lo Man Kam bietet die Schulleiterin Christine Nossol ihren Schülerinnen nun erneut die persönliche Weiterbildung durch den charismatischen Meister. Schöner Frühling ist übrigens die deutsche Übersetzung des chinesischen Wing Chun. Der Legende nach der Name der ersten Schülerin, die diesen neuen Kung Fu Stil erlernte. Sie besiegte im Zweikampf einen aufdringlichen Verehrer und heiratete den Mann ihres Herzens.
Die Kampfkunstschule Schöner Frühling feiert im Herbst 2009 ihr fünfjähriges Bestehen. Frauen, die Interesse an einem Probetraining haben, können gerne einen Termin vereinbaren. Der Einstieg in den Unterricht ist zu jeder Zeit möglich.
Quelle: openPR.de
Schlagwörter: Bruce Lee, Kampfkunst, Kung Fu, Lo Man Kam, Wing Chun, Yip Man
Mai 12
Schlussfolgerung der vorherigen Artikel:
Der gedrehte Schlag ist noch immer die beliebteste Technik aber einige Experten (wie Advincular, Anderson, and Demsy) und Stilrichtungen (wie Isshin Ryu und Wing Chun) vertreten die Meinung, dass der vertikale Fauststoß die effektivere Technik ist. Jede Auseinandersetzung mit diesem Thema sollte auf wissenschaftliche Tatsachen beruhen, und nicht irgendwelche Vermutungen berücksichtigen. Jeder, der das Thema behandelt, und nicht einfach nur blind irgendwelchen Traditionen folgt, wird zum Schluss kommen, dass der vertikale Schlag besser ist.
Beim gedrehten Schlag wird ca. ein Drittel der Kraft durch einen dünnen Knochen, die Elle, geleitet. Die Elle ist nicht dafür gedacht, Kräfte aufzunehmen, deshalb ist es richtig, dass wie beim vertikalen Schlag die Kraft zum größten Teil durch die Speiche geleitet wird. Außerdem kommt noch dazu, dass die Muskeln zum Beugen des Handgelenkes bei neutraler Armhaltung stärker gespannt werden können und somit das Gelenk stabiler halten. Allerdings muss man sagen, dass über das Thema Handgelenksmuskeln noch zu wenige Studien gibt, um wirklich auch in diesem Fall eindeutig sagen zu können, welcher Fauststoß besser ist.
Es gibt nur zwei Argumente, die für den gedrehten Schlag sprechen. Das erste lautet, dass durch das Drehen der Schlag stärker wird. Drehkraft, die normal (also im Winkel von 90 Grad) auf eine Bewegung wirkt, generiert zwar etwas zusätzliche Kraft, die in der Bewegungsrichtung ausgegeben wird, diese Verstärkung ist jedoch minimal. Russische Studien haben ergeben, dass nur 24 % der Kraft, die bei einem Schlag erzeugt wird, durch Schulter und Arm entstehen. Der Rest kommt vom Einsatz des Körpers (Verkhoshansky, Filimonov, Husyainov, & Garakyan, 1991). Das heißt, dass die zusätzliche Kraft, die durch das Drehmoment im Arm entsteht, noch viel kleiner als diese 24 %, und somit kaum erwähnenswert ist. Der gedrehte Schlag ist wahrscheinlich vor allem bei den Boxern deshalb so beliebt, weil durch das Drehen die Haut des Gegners mit dem Boxhandschuh eher verletzt wird. Das zweite Argument für den gedrehten Schlag lautet: Wenn der vertikale Schlag um so vieles besser ist, warum wendet ihn dann nicht jeder an?
Dieser Artikel erschien im Journal of Asian Martial Arts Vol. 9 Number 1, 2000.
Quelle: www.wingchunkungfu.de
Schlagwörter: Boimechanik, Fauststoß, Isshin Ryu, Martial Arts, Schlag, Wing Chun
Mai 11
Die Knochen
Die Kraft wird durch die Mittelhandknochen in zwei Reihen kleinerer Knochen übertragen, den so genannten Handwurzelknochen, von dort in die Elle und Speiche, und über den Oberarmknochen in den restlichen Körper. Der hier beschriebene Weg der Kraft ist bei beiden Schlagarten gleich, jedoch ist die Aufteilung der Kraft in den Knochen selbst völlig unterschiedlich. Bei verschiedenen Studien wurde die prozentuelle Aufteilung der Kraft in den Knochen gemessen. Bei solchen Studien übt man Druck auf die Hand aus, und misst dabei mit Elektroden den Kraftfluss im Arm. Das Auswerten einer Studie von 1984 ergab, dass beim vertikalen Schlag die Elle ca. 15 % der Kraft aufnimmt, und die Speiche die restlichen 85 % (Ekenstam, Palmer & Glisson). In einer Studie von 1987 verlief die Kraftverteilung bei ca. 18 % zu 82 %.
Dass die Kraft nicht zu gleichen Teilen durch die beiden Knochen übertragen wird, liegt daran, dass die Speiche am Handwurzelansatz einen größeren Umfang als die Elle aufweist. Daraus geschlossen ist die Speiche der stabilere Knochen und dafür da, um das Mehr an Kraft aufzunehmen.
Das ist allerdings beim gedrehten Schlag nicht der Fall. Hier nimmt die Elle ca. 37 % und die Speiche 63 % der Kraft auf. Das bedeutet fast die doppelte Belastung für die Elle. Diese Studien zeigen, dass der vertikale Schlag der anatomisch korrektere ist: Der massivere Knochen nimmt das Meiste der Kraft auf. Eine andere mögliche Erklärung für die Kraftaufteilung beim gedrehten Schlag erhält man, wenn man die Lage der Elle und Speiche zueinander genauer betrachtet. Bei abgewinkeltem gedrehten Arm ist die Elle relativ gesehen um 0,69 mm und bei ausgestrecktem, gedrehten Arm um 0,84 mm länger als im Normalzustand (Palmer, Glisson & Werner, 1982). Das ist insofern wichtig, da ja der Arm beim Auftreffen gestreckt und nicht abgewinkelt ist.
Die Länge der Elle hat großen Einfluss auf die Belastbarkeit des Handgelenkes. Das Erhöhen der Länge der Elle um nur 1 Millimeter bedeutet eine enorme Steigerung der möglichen Belastbarkeit dieses Knochen (Thrumble, Glisson, Seaber & Urbaniak, 1987). Die relative Länge der Elle ist auch maßgebend für die Aufteilung der Kraft zwischen Elle und Speiche während des gedrehten Schlages. Es finden aber noch mehr feine Veränderungen bei der Lage von Elle und Speiche statt: Liegen die beiden Knochen in neutraler Position annähernd parallel nebeneinander, so liegen sie beim Ausdrehen in einem Winkel von ca. 8 Grad zueinander (Palmer & Werner, 1987). Die relative Veränderung der Lage der Elle zur Speiche beim Drehen hat enorme Auswirkungen auf die Belastung, die der ganze Arm aufnehmen kann und somit auf die Stärke, mit welcher der Schlag ausgeführt werden kann (Epner, Bowers, & Guilford, 1982).
Die Muskulatur
Nicht die ganze Kraft wird über die Knochen übertragen. Ein Teil wird auch von der Muskulatur absorbiert. Vor allem das längsliegende Gewebe in an den beiden Handaußenkanten und ein dickes Gewebeband, das die beiden Stränge verbindet (triangular fibrocartilage complex), absorbieren Teile der Kraft und außerdem sorgen sie für die Stabilität des Handgelenks. Gerade das ist sehr wichtig. Wird nämlich das Handgelenk beim Treffen abgewinkelt, so ist keine optimale Kraftübertragung über die Knochen möglich, es besteht Verletzungsgefahr und der Schlag ist ineffektiv. Leider sind keine umfassenden Studien über die Auswirkungen in den Muskeln beim vertikalen und gedrehten Schlag vorhanden. Deshalb ist es auch nicht so einfach, die ideale Handgelenkshaltung zu finden, wie dies bei der Analyse der Knochen der Fall war.
Die wichtigsten Muskeln im Handgelenk sind die, welche für das Beugen und Strecken des Gelenks zuständig sind. Es passiert zwar manchmal, dass das Gelenk in Richtung Daumen oder des kleinen Fingers gebeugt ist, aber das ist noch lange nicht so gefährlich, wie wenn das Gelenk beim Auftreffen Richtung Handinnen- oder -außenfläche gebeugt ist. Das kann nämlich schwere Verletzungen verursachen. Die Muskeln selbst befinden sich eigentlich an der Unterseite im hinteren Teil des Unterarms, am Ellbogenansatz, und sind durch Sehnen mit der Hand verbunden. Bei neutraler Handhaltung liegen die Muskeln gerade in einer Linie, und bei ausgedrehter Hand sind auch die Muskeln verdreht (Anderson, 1982). Ein Muskel der gerade ist, kann sich leichter zusammenziehen, daher ist die Stabilität im Handgelenk beim vertikalen Schlag höher als beim gedrehten.
Wie mit den Muskeln zum Beugen der Hand nach unten verhält es sich mit denen zum Beugen nach oben. Sie befinden sich an der Oberseite des hinteren Teiles das Unterarms, und sind ebenfalls mit der Hand durch Sehnen verbunden. Auch sie halten das Gelenk beim vertikalen Schlag stabiler als beim gedrehten.
Dieser Artikel erschien im Journal of Asian Martial Arts Vol. 9 Number 1, 2000.
Quelle: www.wingchunkungfu.de
Schlagwörter: Biomechanik, Fauststoß, Handgelenk, Knochen, Muskulatur, Schlag
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